Erzieher in Stralsund: Kita, Hort, Schulbegleitung
Worum es hier geht
Die meisten denken beim Erzieherberuf zuerst an die Kita. In Stralsund arbeitet aber ein großer Teil der Erzieher woanders. Welches Arbeitsfeld Du wählst, verändert Deinen Tag stärker als die Frage, bei wem Du unterschreibst.
Das ist keine einzelne Stellenanzeige. Wir suchen laufend Erzieher für Betriebe in Stralsund und melden uns, sobald eine Stelle zu Dir passt.
Fünf Arbeitsfelder, fünf verschiedene Berufe
Die Ausbildung ist überall dieselbe. Der Arbeitstag könnte unterschiedlicher kaum sein. Wer sich das vorher klarmacht, entscheidet besser als jemand, der einfach die nächste freie Stelle nimmt.
Kita und Krippe
Der bekannteste Bereich. Feste Gruppe, feste Zeiten, Bildungsdokumentation, viele Elterngespräche. Körperlich fordernd durch Heben, Lärm und ständige Bewegung. Dafür planbar, und der Feierabend ist wirklich Feierabend.
Hort
Die ruhigste Nische mit der ungewöhnlichsten Arbeitszeit. Der Schwerpunkt liegt am Nachmittag, wenn die Schule endet. Vormittags fallen Vorbereitung und Absprachen mit der Schule an. In den Schulferien läuft dagegen Vollbetrieb den ganzen Tag. Wer morgens ungern früh anfängt, ist im Hort richtig.
Schulbegleitung und Integrationshilfe
Du begleitest ein einzelnes Kind mit Unterstützungsbedarf durch den Unterricht. Eins zu eins, sehr enge Beziehung, großer Einfluss auf den Bildungsweg dieses Kindes. Die Arbeitszeit folgt der Schule. Die Ferien sind meist frei, oft aber unbezahlt oder über ein Arbeitszeitkonto ausgeglichen. Dieses Feld nehmen manche Träger auch ohne Fachabschluss auf. Wie der Einstieg ohne Erzieherausbildung sonst läuft, steht ausführlich auf unserer Seite für Erzieher in Greifswald.
Stationäre Kinder- und Jugendhilfe
Wohngruppen mit Schichtdienst, teils mit Nachtbereitschaft. Fachlich und menschlich der schwerste Bereich, weil die Kinder schwere Erfahrungen mitbringen. Er ist auch der bestbezahlte. Schichtzuschläge und eine höhere Eingruppierung machen im Monat einen deutlichen Unterschied.
Eingliederungshilfe und Heilpädagogik
Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, an Förderschulen, in Tagesförderstätten oder in ambulanten Diensten. Kleine Gruppen, viel fachliche Tiefe. Zusatzqualifikationen sind hier oft gefragt und werden auch bezahlt.
Wer in Stralsund Träger ist und was das ändert
Stralsund hat für seine Größe auffällig viele Träger. Kommunale Häuser stehen neben kirchlichen, verbandlichen und freien. Für Bewerber ist das ein Vorteil. Du kannst hier wirklich wählen, statt zu nehmen, was gerade da ist.
| Träger | Bezahlung | Was anders ist |
|---|---|---|
| Hansestadt | TVöD SuE | Fester Stufenaufstieg, starke Personalvertretung, langsame Wege |
| Kirchlich | Eigene Richtlinien | Kleinere Häuser, persönlicheres Klima, eigenes Leitbild |
| Wohlfahrtsverbände | Meist tarifnah | Viele Bereiche unter einem Dach, interner Wechsel möglich |
| Freie Träger | Sehr unterschiedlich | Größte pädagogische Freiheit, weniger Sicherheit |
Ein Wechsel innerhalb eines großen Verbandes ist in Stralsund oft leichter als ein Wechsel nach draußen. Wer aus der Kita in den Hort will, bleibt manchmal beim selben Arbeitgeber und behält seine Jahre.
Die wichtigste Frage an jeden Träger lautet: Nach welchem Tarif wird bezahlt, und in welcher Stufe fange ich an?
Was beim Gehalt wirklich zählt
Im öffentlichen Dienst gilt für Erzieher die Entgeltordnung für den Sozial- und Erziehungsdienst, kurz SuE. Sie wirkt kompliziert, folgt aber einer einfachen Regel. Die Gruppe richtet sich nach Deiner Tätigkeit, die Stufe nach Deinen Berufsjahren.
Drei Dinge heben das Gehalt, ohne dass Du den Arbeitgeber wechseln musst:
- Schwierige fachliche Tätigkeiten. Arbeit in der Eingliederungshilfe oder in der stationären Jugendhilfe führt oft zu einer höheren Gruppe.
- Leitung. Schon die Stellvertretung verändert die Eingruppierung. Wie stark, hängt an der Zahl der Plätze im Haus.
- Anerkannte Vorbeschäftigung. Wer aus einer ähnlichen Stelle kommt, kann höher einsteigen. Von allein passiert das nicht. Du musst es beantragen und mit Zeugnissen belegen.
Dazu kommen die Regenerationstage, also zusätzliche freie Tage im Sozialdienst. Ein Teil der Jahressonderzahlung lässt sich außerdem in weitere freie Tage umwandeln. Viele nutzen das nie, weil es ihnen niemand sagt.
Bei Trägern ohne Tarif gibt es diese Automatik nicht. Dort bleibt das Gehalt oft dort stehen, wo es beim Einstieg war. Nach acht Jahren sind das mehrere hundert Euro im Monat.
Woran Du eine gute Stelle erkennst
Viele steigen aus dem Beruf aus, bevor sie die Rente erreichen. Der Grund ist fast nie die Arbeit mit den Kindern. Es sind die Bedingungen drumherum. Diese Fragen bringen sie ans Licht:
- Wie viel Vorbereitungszeit steht im Vertrag, und bekommst Du sie auch? Der zweite Teil ist der wichtigere. In vielen Häusern steht sie auf dem Papier und fällt im Alltag aus.
- Wer springt bei Krankheit ein? Gibt es Springerkräfte oder werden einfach Gruppen zusammengelegt?
- Wie viele Kinder mit besonderem Bedarf sind in der Gruppe, und gibt es zusätzliche Kräfte dafür?
- Wann ist Teambesprechung, und liegt sie in der Arbeitszeit?
- Gibt es Supervision? In der Jugendhilfe ist sie normal. In Kitas fehlt sie meistens, obwohl sie dort genauso helfen würde.
Ein Hospitationstag sagt mehr als jedes Vorstellungsgespräch. In vier Stunden merkst Du, ob im Team miteinander oder übereinander geredet wird.
Häufige Fragen
Der Sozialassistent ist eine zweijährige Ausbildung. Sie bereitet auf die Erzieherausbildung vor und berechtigt zur Arbeit als Ergänzungskraft. Der Erzieher ist eine staatlich anerkannte Fachkraft und darf eine Gruppe eigenverantwortlich führen. Beim Gehalt und beim Fachkraftschlüssel liegen zwischen beiden deutliche Unterschiede.
Oft ist sie befristet, weil das Geld für ein bestimmtes Kind bewilligt wird. Wechselt das Kind die Schule oder endet der Bedarf, endet auch die Stelle. Manche Träger stellen trotzdem unbefristet ein und setzen Dich danach woanders ein. Frag genau danach. Das ist der größte Unterschied zwischen den Anbietern in diesem Feld.
Ja, in den Schulferien läuft die Ferienbetreuung, meist ganztägig und mit Ausflügen. Deinen eigenen Urlaub stimmst Du im Team ab. Weil alle gleichzeitig frei haben möchten, ist das der Punkt mit dem meisten Abstimmungsbedarf. Wer selbst schulpflichtige Kinder hat, sollte vor der Zusage fragen, wie die Ferienplanung läuft.
Finanziell meistens ja, durch Schichtzuschläge und die höhere Eingruppierung. Fachlich ist es ein anderer Beruf. Du arbeitest mit Kindern und Jugendlichen, die viel erlebt haben, und brauchst die Fähigkeit, danach abzuschalten. Frag nach einer Hospitation im Nachtdienst. Der unterscheidet sich am stärksten von allem, was Du aus der Kita kennst.
Für staatlich anerkannte Erzieher ist der Markt in allen fünf Feldern aufnahmefähig. Eng wird es nur bei bestimmten Wünschen. Reine Vormittagsstellen sind knapp, ebenso Stellen in der Jugendhilfe ganz ohne Wochenendarbeit. Wer beim Arbeitsfeld beweglich ist, findet meist schnell etwas.
Erst das Arbeitsfeld klären, dann den Träger suchen
Die häufigste Fehlentscheidung in diesem Beruf ist nicht der falsche Arbeitgeber. Es ist das falsche Arbeitsfeld. Deshalb fragen wir im ersten Gespräch danach, wie Dein Tag aussehen soll, und suchen erst danach das Haus dazu.
Hinterleg bei uns, mit welcher Altersgruppe Du arbeiten möchtest, ob Schichtdienst für Dich geht und wie viele Stunden Du suchst. Wir melden uns, wenn etwas passt. Deine jetzige Einrichtung erfährt davon nichts.
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