Hotel- und Gastrojobs auf Rügen: mit Unterkunft
Worum es hier geht
Auf Rügen bestimmt der Kalender die Arbeitsbedingungen, nicht der Beruf. Eine Stelle, die im Juli gut bezahlt ist, kann im November weg sein. Wer das vorher weiß, fragt im Gespräch die richtigen Sachen.
Das ist keine einzelne Stellenanzeige. Wir suchen laufend Mitarbeiter für Hotel und Gastronomie für Betriebe auf Rügen und melden uns, sobald eine Stelle zu Dir passt.
Wie die Saison Deinen Vertrag bestimmt
Die Insel arbeitet im Jahresrhythmus. Die Personalplanung der Häuser folgt diesem Rhythmus genau. Wer sich im Februar meldet, trifft auf einen leeren Markt. Wer sich im Mai meldet, ist für die guten Stellen zu spät.
| Zeitraum | Was in den Häusern passiert | Was das für Dich heißt |
|---|---|---|
| Januar und Februar | Viele Häuser zu, es wird renoviert | Beste Zeit für ein Gespräch über die neue Saison |
| März und April | Öffnung, Ostern als erster Test | Jetzt werden die Stammkräfte eingestellt |
| Mai und Juni | Der Betrieb läuft an, Feiertage füllen die Häuser | Ausfälle werden kurzfristig nachbesetzt |
| Juli und August | Volle Häuser, hohes Tempo | Fast nur noch Aushilfen, kaum Einarbeitung |
| September und Oktober | Ruhigere Gäste, gute Auslastung | Die angenehmsten Arbeitsmonate im Jahr |
| November und Dezember | Wellness und Weihnachten in wenigen Häusern | Wer hier arbeitet, hat einen Ganzjahresvertrag |
Die wichtigste Frage im Gespräch ist deshalb nicht, was Du verdienst. Sie lautet: Was passiert mit meinem Vertrag im November? An der Antwort erkennst Du sofort, mit welcher Art Haus Du es zu tun hast.
Saisonvertrag oder ganzes Jahr: die Rechnung
Sieben Monate Saison mit hohem Stundenlohn klingen erst mal besser als zwölf Monate mit weniger. Rechne es auf das ganze Jahr um. Dann sieht das Bild oft anders aus.
Für den Saisonvertrag spricht einiges. Der Stundenlohn ist höher. Es gibt viele Überstunden. Im Service kommt echtes Trinkgeld dazu. Und manche wollen den Winter schlicht frei haben.
Dagegen spricht die Lücke danach. Arbeitslosengeld bekommst Du nur, wenn Du in den letzten 30 Monaten zwölf Monate versichert gearbeitet hast. Nach einer einzigen Saison reicht das nicht. Nach zwei Saisons hintereinander meistens schon. Lass Deinen Anspruch bei der Agentur für Arbeit prüfen, bevor Du unterschreibst. Es geht um mehrere hundert Euro im Monat.
Die Häuser, die durchgehend offen haben
Davon gibt es weniger, als viele denken. Es sind Hotels mit Wellness und Tagungsgeschäft, dazu Kurkliniken und Rehahäuser. Der Stundenlohn liegt dort oft etwas niedriger. Dafür läuft der Vertrag durch. Du hast bezahlten Urlaub im Winter, und Deine Betriebszugehörigkeit wächst. Bei einem Kredit oder einer Wohnungsbewerbung zählt genau das.
Personalzimmer: Hier scheitert es am häufigsten
Wohnungen in Küstennähe sind knapp und teuer. Als Ferienwohnung bringt jede Wohnung mehr ein als bei Dauermiete. Wer von außerhalb kommt, braucht deshalb fast immer ein Personalzimmer. Ohne Unterkunft funktioniert der Job nicht.
Klär diese vier Punkte, bevor Du zusagst:
- Kostet das Zimmer Miete? Üblich sind 150 bis 350 Euro im Monat. Der Betrag wird meist direkt vom Lohn abgezogen. Kostenlos wohnen ist selten geworden.
- Einzelzimmer oder geteilt? In der Hochsaison wird öfter doppelt belegt, als im Gespräch angekündigt wird. Frag nach und lass es Dir schriftlich geben.
- Was passiert bei einer Kündigung? Sind Arbeitsvertrag und Zimmer aneinander gekoppelt, stehst Du im Oktober ohne beides da. Auf einer Insel ist das ein echtes Problem.
- Was zieht das Finanzamt an? Ein kostenlos gestelltes Zimmer gilt als geldwerter Vorteil. Dein zu versteuerndes Einkommen steigt dadurch. Auf der ersten Abrechnung überrascht das viele.
Wohnst Du schon auf der Insel oder in Stralsund, dann sag das früh. Für den Betrieb bist Du günstiger, weil kein Zimmer frei bleiben muss. Daraus lässt sich beim Stundenlohn etwas machen.
Jeder Teil der Insel arbeitet anders
Rügen ist kein einheitlicher Arbeitsmarkt. Zwischen den Badeorten und der Inselmitte liegen Welten. Das betrifft das Tempo, die Gäste und das Trinkgeld.
Binz, Sellin und Göhren
Hier stehen die größten Häuser, und hier ist der Takt am schnellsten. In der Saison verdienst Du am meisten. Du arbeitest aber auch am härtesten. Im Service macht das Trinkgeld einen spürbaren Teil vom Monat aus.
Sassnitz und der Nordosten
Tourismus, Hafen und Tagesgäste zum Königsstuhl mischen sich. Es geht ruhiger zu. Es gibt mehr Stammgäste und mehr Stellen, die über den Winter weiterlaufen.
Bergen und die Inselmitte
Klassische Hotellerie findest Du hier kaum. Dafür gibt es Kantinen, Kliniken und die Versorgung der Insel. Wer in der Küche bleiben will, aber ohne Saisonlücke, wird hier am ehesten fündig. Das ist Großküche, nicht à la carte.
Wittow und der Westen
Kleine Häuser, Pensionen und Ferienanlagen. Es ist familiärer, und jeder macht mehrere Sachen gleichzeitig. Ohne Auto kommst Du dort nicht hin.
Ohne Ausbildung anfangen: was wirklich geht
In der Gastronomie ist der Einstieg ohne Ausbildung fest eingeplant. Zwei Wege sind auf der Insel üblich.
Der erste geht über den Service. Du brauchst ein gutes Gedächtnis, Freundlichkeit und Ruhe unter Druck. Mehr nicht. Wer gut ist, führt nach einer Saison eine eigene Station.
Der zweite geht über Housekeeping. Da kommst Du am schnellsten rein. Der Lohn startet unten, aber der Weg nach oben ist kurz. Vorarbeiterin, Etagenleitung, Hausdame. In großen Häusern sind das richtige Stellen mit richtigem Gehalt.
Schwerer ist der Weg in die Küche. Als Küchenhilfe kommst Du überall unter. Vom Helfer zum Koch ohne Ausbildung schafft es heute kaum noch jemand. Die Verantwortung für Hygiene und Allergene ist dafür zu groß geworden.
Häufige Fragen
Am besten zwischen Januar und März. In dieser Zeit planen die Häuser ihr Team für das ganze Jahr. Wer sich erst im Juni meldet, bekommt nur noch das, was übrig geblieben ist. Ein Gespräch mitten im Winter ist völlig normal, auch wenn das Haus gerade geschlossen hat.
Erlaubt sind zehn Stunden am Tag. Im Schnitt über sechs Monate müssen es acht bleiben. In der Spitze arbeitest Du mehr, in der Nebensaison wird das ausgeglichen. Wichtig ist ein Arbeitszeitkonto. Führt ein Betrieb keins, lass die Finger davon.
Trinkgeld, das ein Gast Dir freiwillig gibt, ist steuerfrei. Egal, wie hoch es ist. Anders sieht es beim Bedienungsgeld aus, das der Betrieb einbehält und später verteilt. Das gehört zum Lohn und wird versteuert. Bei einer gemeinsamen Kasse kommt es darauf an, wie sie geregelt ist. Frag das im Gespräch ab.
Ja, den brauchst Du vor Deinem ersten Tag an Lebensmitteln. Das Gesundheitsamt nimmt die Belehrung ab, sie kostet eine kleine Gebühr und ist nach einer Stunde erledigt. Die Bescheinigung gilt bundesweit und läuft nicht ab. Nachschulen muss Dich danach Dein Betrieb, einmal im Jahr.
In Binz, Sellin, Göhren, Sassnitz und Bergen klappt das gut. Dort halten Bahn und Bus dicht am Ort. Schwierig wird es nach Schichtende in der Nacht, weil dann kaum noch etwas fährt. Frag vor der Zusage nach der letzten Verbindung. Manche Häuser fahren ihr Personal, aber verlass Dich nicht darauf, ohne es geklärt zu haben.
Für die nächste Saison vormerken lassen
Die guten Stellen sind vergeben, bevor die erste Anzeige online geht. Häuser binden ihre Leute im Winter, weil sie wissen, wie schwer es im Juni wird.
Sag uns, in welchem Bereich Du arbeitest, ob Du ein Zimmer brauchst und ob Du saisonal oder ganzjährig suchst. Dann melden wir uns rechtzeitig, wenn ein Haus jemanden sucht. Wir sprechen mit den Betrieben direkt und wissen meist schon im Winter, wo im Sommer eine Lücke entsteht.
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