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Quereinstieg in Stralsund: Jobs ohne Ausbildung

Stralsund Laufende Suche Abschluss nachholbar

Worum es hier geht

Stralsund ist eine Stadt mit industrieller Tradition. Das prägt den Quereinstieg. Viele Wege führen hier über einen gewerblich-technischen Beruf. Dort wird wirklich angelernt, weil Fachkräfte fehlen und die Betriebe keine Wahl haben.

Das ist keine einzelne Stellenanzeige. Wir suchen laufend Quereinsteiger für Betriebe in Stralsund und melden uns, sobald eine Stelle zu Dir passt.

Wo in Stralsund wirklich angelernt wird

„Quereinsteiger willkommen“ heißt je nach Branche etwas völlig anderes. Diese Einordnung beruht darauf, was Betriebe hier tatsächlich tun. Nicht darauf, was in Anzeigen steht.

Sehr offen: Metall, Industrie und maritime Wirtschaft

Hier wird planmäßig angelernt. Der Grund ist einfach. Es gibt zu wenige ausgebildete Fachkräfte, und viele Arbeitsschritte lernt man durch Anleitung und Wiederholung. Der Einstieg läuft als Helfer. Danach kommen Lehrgänge für einzelne Fertigkeiten wie Schweißverfahren, Prüfverfahren oder Maschinenbedienung. Wer sich anstrengt, arbeitet nach ein bis zwei Jahren auf Facharbeiterniveau. Nur das Papier fehlt zunächst noch.

Offen: Pflege, Betreuung, Logistik, Reinigung, Sicherheit

Der Einstieg ist sofort möglich, die Qualifizierung kommt nebenher. In der Pflege ist der Weg gesetzlich geregelt. Im Sicherheitsgewerbe führt er über die Sachkundeprüfung nach Paragraf 34a der Gewerbeordnung. In der Logistik reicht am Anfang oft der Staplerschein.

Eingeschränkt: Handwerk

Als Helfer kommst Du überall unter. Den Gesellenbrief ersetzt das nicht. In zulassungspflichtigen Handwerken sind bestimmte Arbeiten an eine Qualifikation gebunden. Der realistische Weg dorthin steht weiter unten.

Schwierig: Büro, Verwaltung, IT

Hier bewerben sich gelernte Kräfte. Die Betriebe müssen also nicht auf Quereinsteiger zurückgreifen. Ohne Nachqualifizierung ist der Einstieg unwahrscheinlich.

Was Du ohne Ausbildung verdienst

Der Mindestlohn ist die Untergrenze und gilt für alle. Darüber entscheidet, in welcher Branche Du landest und ob der Betrieb tarifgebunden ist. Die folgenden Zahlen sind Bruttowerte bei Vollzeit und als Orientierung gedacht. Sie sind keine Zusage.

  • Helfer in Metall und Industrie: häufig rund 2.300 bis 2.700 Euro. In tarifgebundenen Betrieben liegt es spürbar höher, dazu kommen Schichtzuschläge.
  • Pflegehilfe: der Pflegemindestlohn liegt über dem allgemeinen Mindestlohn und steigt mit der Qualifikation.
  • Reinigung und Sicherheit: hier gelten eigene Branchenmindestlöhne, oft knapp über dem allgemeinen Wert.
  • Handel: meist am unteren Ende, dafür ist Teilzeit gut zu bekommen.

Der wichtigste Hebel ist nicht die Verhandlung im ersten Gespräch. Es sind die Nachweise, die Du im ersten Jahr sammelst. Jeder Schein verschiebt Deine Eingruppierung. Genau darum geht es in den nächsten beiden Abschnitten.

Die Externenprüfung: der Abschluss ohne Ausbildung

Wer jahrelang in einem Beruf arbeitet, ohne ihn gelernt zu haben, kann den Abschluss nachholen. Ohne Ausbildungsvertrag und ohne Berufsschule, nur über die Prüfung. Das heißt Zulassung zur Externenprüfung. Erstaunlich wenige kennen diesen Weg.

Die Bedingung: Du musst mindestens das Anderthalbfache der normalen Ausbildungszeit in dem Beruf gearbeitet haben. Bei einer dreijährigen Ausbildung sind das viereinhalb Jahre. Zeiten aus anderen Betrieben zählen mit, teilweise auch Zeiten aus dem Ausland.

So läuft es ab:

  • Antrag bei der zuständigen Kammer, mit Nachweisen über Deine Beschäftigungszeiten
  • Vorbereitungskurs, oft berufsbegleitend über einige Monate
  • Die normale Abschlussprüfung, dieselbe wie für Auszubildende

Wer besteht, hat einen vollwertigen und bundesweit anerkannten Abschluss. Das ändert die Eingruppierung und Deine Position im Gespräch. Und der Meister wird damit später möglich. Für Menschen, die seit Jahren angelernt arbeiten und beim Gehalt festhängen, ist das der wirksamste einzelne Schritt.

Teilqualifikation statt zwei Jahre Umschulung

Eine komplette Umschulung dauert zwei Jahre. Mit laufenden Kosten ist das für viele nicht machbar, auch mit Förderung nicht. Die weniger bekannte Alternative heißt Teilqualifikation.

Dabei wird ein Beruf in Module zerlegt. Jedes Modul dauert einige Wochen bis Monate und endet mit einer Feststellung Deiner Kenntnisse. Du kannst nach jedem Modul aufhören, arbeiten und später weitermachen. Wer alle Module schafft, kann danach zur Externenprüfung.

Der Vorteil ist groß. Schon nach dem ersten Modul hast Du eine bescheinigte Qualifikation in der Hand. Damit findest Du eine bessere Stelle. Du musst nicht zwei Jahre durchhalten, bevor irgendetwas auf dem Papier steht.

Der Bildungsgutschein und der eine Fehler

Umschulung und Teilqualifikation können über einen Bildungsgutschein gefördert werden. Zuständig sind Agentur für Arbeit oder Jobcenter. Auch Beschäftigte bekommen unter bestimmten Bedingungen eine Förderung. Merk Dir vor allem eines: Der Gutschein muss vor dem Start der Maßnahme da sein. Wer erst anfängt und dann beantragt, bekommt kein Geld. Dieser Fehler passiert oft und lässt sich nicht heilen.

Woran Du ein unseriöses Angebot erkennst

Nicht jeder, der Quereinsteiger sucht, meint es gut. Ein paar Warnzeichen aus der Praxis:

  • Die Anzeige nennt keine Tätigkeit. Steht dort nur „gute Verdienstmöglichkeiten“ und kein konkreter Arbeitsinhalt, ist Vorsicht angebracht.
  • Du sollst für den Einstieg zahlen. Für Schulungen, Ausrüstung oder eine Vermittlung darf ein Arbeitgeber kein Geld von Dir verlangen.
  • Es gibt keinen schriftlichen Vertrag. Der Arbeitgeber muss die wesentlichen Bedingungen schriftlich aushändigen. Wer das nicht tut, spart auch an anderer Stelle.
  • Probearbeit ohne Bezahlung über einen Tag hinaus. Ein kurzes Kennenlernen ist üblich. Eine Woche mitarbeiten ohne Lohn ist es nicht.
  • Niemand kann Dir sagen, wer Dich einarbeitet. Frag konkret nach dem Namen und den ersten vier Wochen. Kommt keine klare Antwort, gibt es meist keinen Plan.

Was ein gutes Angebot ausmacht, ist umgekehrt genauso einfach zu erkennen. Der Betrieb sagt Dir, was Du in den ersten Wochen machst, wer Dich anleitet und welchen Schein er bezahlt.

Häufige Fragen

Am Anfang meistens ja, weil Du als Helfer eingruppiert wirst. Der Abstand wird mit jedem Nachweis kleiner. Mit einem anerkannten Abschluss verschwindet er weitgehend. In tarifgebundenen Betrieben hängt die Eingruppierung an Tätigkeit und Qualifikation. Wer mehr kann und es belegen kann, rückt auf.

Nein. In gewerblich-technischen Berufen ist das sogar häufig. Betriebe schätzen an älteren Quereinsteigern die Verlässlichkeit. Eine Sache solltest Du trotzdem ehrlich prüfen. Bleibt die Arbeit körperlich über zwanzig Jahre machbar? Bei schwerer Belastung und Schichtdienst ist das eine echte Frage und keine Altersdiskriminierung.

Bei Scheinen, die er direkt braucht, meistens ja. Das gilt für Schweißverfahren, Staplerschein oder Prüfnachweise. Üblich ist eine Rückzahlungsklausel, falls Du innerhalb einer Frist selbst kündigst. Solche Klauseln sind erlaubt, müssen aber zu Kosten und Dauer der Fortbildung passen. Sehr lange Bindungen sind unwirksam.

Ungelernt heißt ohne jede berufliche Qualifikation. Angelernt heißt, dass Du für bestimmte Tätigkeiten eingewiesen und geschult wurdest, oft mit Nachweisen für einzelne Verfahren. Der Unterschied wirkt sich auf Eingruppierung und Einsatz aus. Er entsteht allein durch die Papiere, die Du sammelst. Heb jede Bescheinigung auf.

Ja, das ist ein üblicher Weg. Klauseln, die Dir einen Wechsel zum Kundenbetrieb verbieten, sind unwirksam. Der Verleiher darf eine Vermittlungsprovision verlangen. Sie ist der Höhe nach begrenzt und muss mit der Dauer Deines Einsatzes sinken. Nach längerem Einsatz zahlt in der Regel niemand mehr etwas.

Wir wissen, welcher Betrieb wirklich anlernt

Ob ein Betrieb anlernt oder es nur behauptet, steht in keiner Anzeige. Wir sehen es daran, wie lange Quereinsteiger dort bleiben. Diese Einschätzung geben wir weiter.

Erzähl uns, was Du bisher gemacht hast und in welche Richtung Du willst. Wenn Du noch unsicher bist, ist das kein Problem. Dann sortieren wir gemeinsam, was zu Deiner Erfahrung passt. Wir melden uns nur, wenn wir etwas Konkretes für Dich haben.

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Dein Ansprechpartner

Mathias Wewezer

Mathias Wewezer · Talentküste

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